Backhaus

Wenn die alten Steinöfen im Backhaus der Schweger Mühle angeheizt werden, wissen die Ortskundigen, dass am nächsten Tag leckeres Brot gebacken wird.

Die Öfen müssen lange vorgeheizt werden, damit im Mauerwerk der Öfen die Hitze für den Backtag gespeichert wird. Alle zwei bis drei Stunden wird Holz in die zweieinhalb Meter tiefen Öfen nachgelegt, auch die ganze Nacht hindurch.
Morgens starten die Mühlenbäcker, um die Teige vorzubereiten. Vor dem Backen wird die restliche Glut aus den Öfen gezogen. Nacheinander können dann die verschiedenen Brotsorten gebacken werden, und zwar zuerst die Brote, die kurz bei größerer Hitze, und später die Brote, die länger bei mäßiger Hitze gebacken werden müssen.

Ofen

Backhaus


Die Bäcker sind auf allen Aktions- und Backtagen aktiv und bereichern durch ihre Arbeit das vielfältige Angebot der Schweger Mühle. Das von ihnen gebackene schmackhafte Brot ist sehr beliebt bei den Besuchern.
Die angebotenen Brotsorten haben sich über die Zeit immer mal
wieder verändert. So wird Schwarzbrot nur noch einmal im Jahr (Ostern) gebacken. Großer Beliebtheit erfreut sich das Dinkelbrot. Das liegt bestimmt an dem Dinkelmehl, dessen Getreide aus regionalem Bioland-Anbau stammt und hier in der Mühle gemahlen wird, vielleicht aber auch an dem Honig, der von ortsansässigen Imkern geliefert wird. Das Mühlensteinbrot ist nur eines der vielen Brotsorten, die aus Sauerteig hergestellt werden. Bei den Hefeteigbroten ist das Rosinenbrot besonderes beliebt. Auch Butterkuchen und Berliner gehören zum Angebot.


Heinz am Ofen2Norbert B.Götz und Norbert


Geschichte des Backhauses

Die Familie Wehebrink baute 1870 ein Backhaus mit zwei Steinbacköfen zum Schwarzbrot backen, weil mit der Lohnmüllerei allein nicht genügend Einkommen erwirtschaftet werden konnte. Der Müller Wehebrink kaufte Roggen von den Bauern, mahlte ihn in der Mühle und verarbeitete das Mehl mit weiteren Zutaten zu Schwarzbrot. Mit dem Brotwagen wurden die 20-Pfund-Brote im Ort und im größeren Umkreis ausgeliefert. Die Bauern konnten aber auch ihren angelieferten Roggen gegen Schwarzbrot tauschen. Für 50 kg Roggen gab es 60 kg Schwarzbrot.

1947 wurden die zwei Steinbacköfen erneuert. In den ersten Nachkriegsjahren sollen bis zu 2500 kg Schwarzbrot wöchentlich in die Auslieferung gekommen sein.
1955 stellte Wehebrink den Backbetrieb ein, weil die örtlichen Bäckereien wieder ausreichend Brote mit Weißmehl anboten und die Nachfrage nach Schwarzbrot stark zurück ging.

Heinrich Hartong Bäcker Heitmann, Vodde

1983 Schwarzbrot backen mit Bäckermeister Willenborg



1983 wurden die Steinbacköfen wieder in Betrieb genommen. Die drei Dinklager Bäckermeister Franz Willenborg, Josef Heitmann und Ferdinand Albers machten es nacheinander möglich, dass zu verschiedenen Veranstaltungen an der Mühle wieder Schwarzbrote gebacken wurde.

Mit der Gründung des Freundeskreises der Schweger Mühle im Jahr 2004 hat sich eine Gruppe von begeisterten Hobbybäckern zusammengefunden die regelmäßig nicht nur Schwarzbrote, sondern auch andere beliebte Brotsorten backen. Die Backstube wurde zunächst vom Bäckermeister Thomas Konerding, seit 2018 wird sie vom Bäcker Heinrich Klumpe geleitet.


Impressionen aus dem Backhaus